A

Abfindung


Fachbegriffe 

Übernimmt eine Aktiengesellschaft einen großen Teil an einer zweiten Gesellschaft, so ist der Käufer verpflichtet, den freien Aktionären eine Abfindung anzubieten. Dies kann in Form eines Aktientauschs geschehen, d.h. dass die Aktionäre des übernommenen Unternehmens Aktien der kaufenden Gesellschaft erhalten. Andere Möglichkeit ist eine Barabfindung. Das Wertpapiererwerbs- und Übernahmegesetz (WpÜG) unterscheidet mehrere Fälle: Strebt der Bieter an, mehr als 30 Prozent der Stimmrechte an der Zielgesellschaft an, ist er verpflichtet, ein Übernahmeangebot abzugeben und den Aktionären dabei eine angemessene Gegenleistung anzubieten. Erlangt ein Käufer auf andere Weise als durch ein freiwilliges Übernahmeangebot die Kontrolle über eine Zielgesellschaft, so muss er allen Aktionären der Zielgesellschaft ebenfalls ein Angebot zur Übernahme ihrer Aktien unterbreiten ("Pflichtangebot"). Will der Bieter Aktien einer Zielgesellschaft erwerben, ohne die Kontrolle zu erlangen, oder hat er bereits mindestens 30 Prozent der Stimmrechte in der Hand, so ist er beim Angebot weitgehend frei. Hat das Angebot das Ziel, die Gesellschaft von der Börse zu nehmen, so muss der Bieter eine angemessene Geldleistung bieten.

Bei der Ausgabe neuer Wertpapiere ein sich ergebender Abschlag, meist in Prozent, um den der Ausgabekurs unter dem Nennwert liegt (Disagio). Das Gegenteil ist das Aufgeld oder Agio. Beim Handel mit Optionsscheinen ist es der zumeist in Prozent angegebene Betrag, um den der Bezug der Aktie über den gekauften Optionsschein billiger ist als der direkte Kauf dieser Aktie. Das Gegenteil ist das Aufgeld oder die Prämie.

Abschreibungen, auch als „AfA“ bezeichnet (Absetzung für Abnutzung). Sie beziffern den kalkulatorischen oder tatsächlichen Wertverlust eines dauerhaften Wirtschaftsgutes. Planmäßige Abschreibungen werden etwa bei Ausrüstungsgütern wie Maschinen vorgenommen. Außerplanmäßige Abschreibungen finden vor allem bei Beteiligungen, immateriellen Werten wie Marken- oder Firmennamen Anwendung. Abschreibungen mindern den Unternehmensgewinn.

Aktien und Rentenpapiere können mit Hilfe von verschiedenen Finanzinstrumenten (Futures, Optionen oder Swaps) gegenüber Wertschwankungen abgesichert werden (siehe Hedging).

Verringerung des Außenwerts einer Währung im Verhältnis zu einer anderen Währung. Nach einer Abwertung sind für eine Einheit einer fremden Währung mehr Einheiten der heimischen Währung zu zahlen. Im Allgemeinen kommt eine Abwertung der Exportwirtschaft des entsprechenden Landes zugute, da Ausfuhrgüter für die Devisenausländer billiger werden. Die Importwirtschaft dagegen muss für eingeführte Waren mehr bezahlen, was zu mehr Inflation im Inland beitragen kann. Gegenteil: Aufwertung.

Potentiell kursbeeinflussende Unternehmensmeldungen müssen von Aktiengesellschaften, deren Papiere in stärker regulierten Börsensegmenten gehandelt werden, gemäß Wertpapierhandelsgesetz (WphG) veröffentlicht werden. Diese als Ad-hoc-Meldungen bezeichneten Veröffentlichungen sollen eine gleichmäßige Informationsversorgung aller Marktteilnehmer gewährleisten. Sie sind im Vorhinein der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) und den Börsen bekannt zu geben.

ADRs (American Depository Receipts) werden an einer Börse stellvertretend für eine Aktie gehandelt. Es handelt sich um Zertifikate, die von amerikanischen Kreditinstituten ausgestellt werden, die die zugrunde liegenden Aktie in Verwahrung genommen haben. Ein ADR kann sich auf eine, mehrere oder auch nur auf einen Bruchteil einer Aktie beziehen. ADRs werden häufig stellvertretend für ausländische Aktien gehandelt, die an der inländischen Börse nicht notiert sind. Die Aktiengesellschaft muss sich auf diese Weise nicht dem vollständigen Zulassungsverfahren unterziehen, das ansonsten für eine Börsennotierung notwendig wäre.

Advance-Decline-Linien oder -Balken, ergeben sich aus der Differenz der Anzahl von Aktien, deren Kurse gestiegen zu Aktien, deren Kurse gefallenen sind. Sie geben keine Auskunft über den Wert der Kursveränderung, sondern zeigen lediglich die Anzahl der gestiegenen, unveränderten und gefallenen Aktien in Prozent. Sie werden verwendet, um die Situation des Gesamtmarktes quantitativ zu erfassen und zu beurteilen. Sie sollte hauptsächlich in Verbindung mit einem Aktienindex genutzt werden, um eine Bestätigung zu erhalten, ob der Trend noch stimmt.

Aufgeld/Aufschlag bei Wertpapieren. Betrag, um den der Ausgabepreis bei der Neuausgabe von Wertpapieren deren Nennbetrag überschreitet bzw. der Betrag, um den der Börsenkurs den inneren Wert der Anlage übersteigt. Auch das Aufgeld (Ausgabeaufschlag), das beim Kauf vieler Fonds vom Anleger zu zahlen ist, wird als Agio bezeichnet. Das Gegenteil ist Disagio.

Das Eigentum an einer Aktiengesellschaft ist in Bruchteile unterteilt, die durch Aktien verbrieft sind. Früher wurden Aktien mit einem Nennwert ausgegeben, der den nominalen Anteil am Grundkapital der Gesellschaft angab. Seit ihrer Zulassung 1998 haben sich auch in Deutschland Aktien ohne Nennwert (Stückaktien) durch, die den Anteil am Grundkapital in Prozent angeben. Aktionäre haften in Höhe des Nennwerts der Aktien und werden durch die Zahlung von Dividenden am unternehmerischen Erfolg (Gewinn) der AG beteiligt. Im Rahmen der ordentlichen Hauptversammlung hat ein Aktionär die Möglichkeit, über die Gewinnverwendung etc. zu entscheiden. Während Stammaktien („Stämme“) dem Besitzer ein Stimmrecht pro Aktie zusichern, haben Vorzugsaktien („Vorzüge“) kein Stimmrecht, erhalten in der Regel jedoch eine etwas höhere Dividende als Stammaktien.

Die Aktienanalyse kann prinzipiell auf zwei Arten erfolgen. Im Rahmen der Fundamentalanalyse wird eine Aktiengesellschaft aufgrund von Kennzahlen bewertet. Wichtigste Größen sind hierbei die Profitabilität (Erträge), die Finanzkraft (Cash-Flow / Zinsaufwendungen etc.), KGV (Kurs/Gewinn-Verhältnis), Wachstumschancen und konjunkturelle sowie fiskalpolitische Rahmenbedingungen. Mit diesen Informationen wird versucht, die Geschäftstätigkeit und deren Rentabilität zu analysieren und zu prognostizieren und daraus Kurspotential abzuleiten. Die technische Analyse orientiert sich an der graphischen Darstellung der historischen Kursverläufe und leiten aufgrund von Indikatoren und charttypischen Formationen Aussagen über mögliche Kursentwicklungen ab.

Aktienanleihen gehören zur Gattung der Zertifikate. Der Emittent kann dabei die Anleihe statt zum Nominalbetrag durch Lieferung einer im Vorhinein festgelegten Stückzahl einer bestimmten Aktie tilgen. Dieser Möglichkeit wird der Emittent dann den Vorzug geben, wenn der Wert des Aktienpakets geringer ist als der Nominalwert der zu tilgenden Anleihe. Die Übernahme dieser Stillhalterposition wird dem Anleger in der Regel durch einen über dem marktüblichen Zinsniveau liegenden Zinssatz honoriert. In Zeiten niedriger Zinsen kann der Anleger mit einem solchen Finanzprodukt eine über dem allgemeinen Marktniveau liegende Verzinsung seines Kapitals erwirtschaften. Bei starken Kursverlusten des Basiswertes können aber auch hohe Verluste eintreten. In der Praxis liegen die Renditen meist deutlich unter der Verzinsung.

Die gesamte Aktienanzahl eines Unternehmens bezeichnet die Summe aus ausgegebenen Aktien und Anteilscheinen, die im Unternehmen verbleiben oder im Besitz von Altaktionären sind. Die Aktienmenge, die im Markt erhältlich ist, d.h. nicht von einzelnen Aktionären zur langfristigen Anlage gehalten wird, nennt man Streubesitz oder Free Float.

Investmentfonds mit überwiegender oder vollständiger Investition in Aktien. Aktienfonds können global oder aber in Aktien eines bestimmten Landes oder Region investieren. Andere Aktienfonds legen nach Unternehmenskriterien an, zum Beispiel in Werte aus bestimmten Branchen oder in Aktiengesellschaften einer bestimmten Größe. Wieder andere folgen bestimmten strategischen Merkmalen. Aktienfonds haben i.d.R. kurzfristig ein höheres Risiko, langfristig aber auch Chancen auf höhere Wertsteigerungen als etwa Rentenfonds.

Unternehmensrechtsform, bei der die Aktienbesitzer ihre Gesellschaftsanteile in Form von Aktien halten. Die Aktionäre bestimmen die Besetzung des Aufsichtsrats, der wiederum den Vorstand bestellt. Die Aktionäre entscheiden bei Hauptversammlungen über wichtige unternehmensrelevante Fragen, wie Gewinnverwendung, Entlastung des Aufsichtsrats und Vorstands sowie über etwaige Kapitalerhöhungen, Fusionen u.v.m.

Das AktG ist die juristische Grundlage, auf der Aktiengesellschaften fußen. Es regelt deren Gestaltung und ihrer Organe wie Aufsichtsrat und Vorstand, aber auch die Rechte der Aktionäre.

Ein Aktienindex ist eine Kennziffer zur Darstellung der Kursentwicklung oder Wertentwicklung (Performanceindex) von Aktien. Das Verhalten eines Aktienkursindex wird vor allem durch die Kurse der im Index enthaltenen Aktien beeinflusst, aber meist auch durch eine Gewichtung der Einzelwerte. Aktienindizes unterscheiden sich vor allem durch ihre Gestaltung (Kurs- oder Performanceindex), die Anzahl der enthaltenen Papiere oder durch die Index-Gewichtung.
Kursindizes: Auch Preisindizes genannt, resultieren Veränderungen des Indexstand allein aus der Veränderung der Aktienkurse. Performance-Indizes: Bei Ermittlung eines Performanceindex’ wird unterstellt, dass Dividenden und sonstige mit dem Besitz der Aktie verbundene Einnahmen, etwa aus Bezugsrechten wieder in Aktien des Index reinvestiert werden. Sie werden damit in den Indexstand mit eingerechnet.
Als Börsenbarometer liefert der Aktienindex übergreifende Informationen über die Kursentwicklung an den Aktienmärkten. Darüber hinaus dienen Aktienindizes z.B. Managern von Investmentfonds und ihren Kunden als Benchmark (Maßstab), an der sie den Erfolg einer Anlagestrategie messen.

Das Aktienkapital ist das Grundkapital einer Aktiengesellschaft (auch: Nenn- oder Nominalkapital) und bezeichnet gleichzeitig den Anteil am Eigenkapital, auf den die Haftung der Gesellschafter beschränkt ist.

Der Aktienmarkt ist in verschiedene Marktsegmente unterteilt, die sich durch die Anforderungen unterscheiden, die an die Unternehmen bei der Zulassung zum Handel gestellt werden. In Deutschland werden die Marktsegmente nach Zugang zum Kapitalmarkt, gesetzlichem Marktsegment und Transparenzniveau unterschieden. Beim Zugang zum Kapitalmarkt wird zwischen EU-reguliertem Markt und Märkten unterschieden, die von den Börsen selbst reguliert werden. An der Frankfurter Börse gehören die gesetzlichen Marktsegmente „Amtlicher Markt“ und „Geregelter Markt“ zum EU-regulierten Markt. Sie gehören zum Transparenzniveau des General Standard, der mit dem Prime Standard noch einen Teilbereich enthält, in dem noch höhere Transparenzanforderungen gelten. Eine Notierungsaufnahme im selbstregulierten Markt erfolgt im Open Market (Freiverkehr). Dieser unterteilt sich wiederum in das stärker regulierte Wachstumssegment Scale, das Basic Board und das Quotation Board.

Mit Optionen auf Aktien erwirbt der Käufer das Recht, eine bestimmte Anzahl von Aktien zu einem fest definierten Preis innerhalb einer bestimmten Laufzeit (Amerikanische Option) oder zu einem bestimmten Zeitpunkt (Europäische Option) zu erwerben oder zu verkaufen.

Mit einem Aktiensplit wird der aktuelle Aktienbestand einer AG in eine größere Zahl von Aktien aufgeteilt. Dadurch werden diese optisch günstiger. Für den Aktionär ändert sich an seinem Anteil an der AG nichts, da sich sein Kapitalanteil nach dem Split lediglich auf eine größere Anzahl von Aktien verteilt.

Inhaber von Aktien einer Aktiengesellschaft (AG) und somit Miteigentümer an einem Unternehmen. Seine Beteiligung an der AG kann der Aktionär nicht kündigen, sondern muss diese will er sie beenden in der Regel über die Börse verkaufen. „Großaktionär" ist die Bezeichnung für Anteilseigner einer Aktiengesellschaft, die aufgrund der Höhe ihrer Beteiligung auf die Entscheidungen der Hauptversammlung einen erheblichen Einfluss ausüben können. Rechte und Pflichten des Aktionärs sind im AktG (Aktiengesetz) geregelt.

Auf der Aktivseite der Bilanz werden alle Vermögenswerte (Aktiva) eines Unternehmens verzeichnet. Diese werden nach dem Grad der Liquidität gegliedert. Unterschieden wird vorrangig nach weniger liquiden Gegenständen des Anlagevermögens, die dauerhaft dem Geschäftsbetrieb zu dienen. Hierzu gehört die zur Produktion notwendige Infrastruktur, aber auch Finanzanlagen mit dauerhaftem Charakter wie Beteiligungen an anderen Unternehmen und immaterielle Vermögensgegenstände wie Lizenzen, Patente oder Markennamen. Zum Umlaufvermögen zählen Gegenstände, die zur kurzfristigen und wiederkehrenden Verwendung gedacht sind. Dazu zählen besonders die liquiden Finanzmittel, aber auch Rohstoffe und Vorprodukte.

Die Kennziffer Alpha veranschaulicht die abweichende Wertentwicklung eines Fonds gegenüber der Entwicklung der verwendeten Maßgröße (Benchmark). Sie beziffert das Ausmaß, in dem sich der Fonds besser oder schlechter entwickelt hat als die Benchmark. Das Alpha misst jenen Teil der Rendite, der nicht mit der allgemeinen Marktentwicklung zu erklären ist, sondern auf der Auswahl von Aktien innerhalb dieses Marktes beruht. Ein positives Alpha deutet daher auf ein besonders erfolgreiches Fondsmanagement hin.

Aktien werden als alte Aktien bezeichnet, wenn eine Aktiengesellschaft (AG) neue Aktien herausgegeben hat, die nicht voll dividendenberechtigt sind. Daher werden alte Aktien höher gehandelt als Junge Aktien.

Amerikanische Aktienbörse in New York, die zweitgrößte nach der New York Stock Exchange (NYSE).

Bei amerikanischen Optionen kann das Optionsrecht während der gesamten Handelszeit ausgeübt werden. Vgl. Europäische Option.

Der Amtliche Markt gehört zu den von der EU regulierten Marktsegmenten an den deutschen Börsen. Insbesondere unterliegen die Unternehmen einer strengen Publikationspflicht. Zu den Zulassungsvoraussetzungen gehört unter anderem, dass das Unternehmen seit mindestens drei Jahren besteht, der voraussichtliche Kurswert der zuzulassenden Aktien oder gegebenenfalls das Eigenkapital des Unternehmens mindestens 1,25 Millionen Euro beträgt. Die Zahl der Aktien muss mindestens 10.000 und der Streubesitzanteil 25 Prozent betragen.

Analysten von Banken, aber auch unabhängigen Analysehäusern bewerten Aktien und sprechen Handelsempfehlungen aus. Diese können je nach Größe des Bankhauses bzw. Ansehen des Analysten großen Einfluss auf den Kurs einer Aktie haben. Dabei benutzt jedes Bankhaus in der Regel eine eigene Terminologie. Dabei sind die bekanntesten Ratings:

Strong Buy = unbedingte Kaufempfehlung Buy = Kaufempfehlung Hold = Halten Sell = Verkaufsempfehlung Strong Sell = unbedingte Verkaufsempfehlung
Zudem gibt es unter anderem
Accumulate = Akkumulieren (das heißt bei einem kurzfristigen Rückgang nach-/zukaufen) Outperform = Schätzung, dass sich die Aktie im angegebenen Zeitraum besser entwickeln wird als der Index.

Quoten, bis zu denen Fondsmanager das verwaltete Vermögen in bestimmte Wertpapierklassen investieren dürfen.

Festlegung aller Maßnahmen zur Gestaltung des Investmentvermögens eines Fonds durch das Management. Dieses setzt sich Anlageziele, z.B. eine Rendite zu erwirtschaften die über der Entwicklung eines Referenzindex' liegt. Die Anlagepolitik wird in der Regel für einen bestimmten Zeitraum festgelegt. Im Einzelnen werden dabei Grundsatz-Entscheidungen über die Auswahl der Wertpapiere, den Zeitpunkt der Anschaffung, die Anlagedauer sowie Absicherungen gegen Kursverluste getroffen.

Im Anlagevermögen werden dauerhafte Vermögensgegenstände eines Unternehmens erfasst. Das können z. B. Maschinen oder Büroeinrichtungen sein. Das Anlagevermögen gliedert sich in der Regel in Immaterielle Vermögensgegenstände, Sach- und Finanzanlagen. Das Anlagevermögen wird auch als Buchwert angesetzt, der die Substanz einer Firma widerspiegeln soll. Notiert eine Aktie unter dem auf sie rechnerisch entfallenden Buchwert, ergibt sich für den Anleger die Chance, einen Gewinn zu erzielen, falls diese Unterbewertung an der Börse irgendwann anerkannt wird.

Anleihen gehören für eine Unternehmung zu den klassischen Mitteln der Beschaffung von Fremdkapital. Sie verbriefen einen Rückzahlungsanspruch und Zinszahlungen in bestimmter Höhe als Entgelt für die Überlassung des Kapitals. Während ein Investor durch den Kauf von Aktien (Mit-)Eigentümer der Unternehmung wird, sind die Inhaber von Anleihen Gläubiger. Im Unterschied zu Krediten werden Anleihen im Prinzip öffentlich begeben, so dass jedermann dem Emittenten der Anleihe Kapital für die Dauer der Laufzeit überlassen kann. Sie unterscheiden sich durch abweichende Konditionen wie unterschiedliche Laufzeiten, den Währungen, in denen sie erworben und zurückgezahlt werden sowie der Art der vom Schuldner zu erbringender Verzinsung. Anleihen werden nach der Art der Verzinsung in Festverzinsliche Wertpapiere, Floater und strukturierte Wertpapiere unterschieden. Im letzteren Fall ist die Höhe der Zinszahlung vom Eintritt bestimmter Ereignisse abhängig, die sehr unterschiedlicher Natur sein können, etwa von bestimmten Wachstumsraten oder bestimmten Kursständen von Aktienindizes. Auch der Umfang der Tilgung einer strukturierten Anleihe kann sich nach solchen Kriterien richten. Eine spezielle Form sind Nullkuponanleihen, auch Zerobonds genannt. Der Kurs einer Anleihe wird in Prozent des Nominalwerts angegeben. Handelt eine Anleihe beispielsweise zu 103 Prozent, so muss der Käufer für einen Nominalwert von 1000 Euro 1030 Euro bezahlen. Der Erwerb an der Börse richtet sich zudem nach der Stückelung der Anleihe, die meist 1000 oder 50.000 Geldeinheiten  beträgt. Dies bedeutet, dass mindestens eine Nominale in dieser Höhe erworben werden muss, zumeist auch, dass eine höhere Nominale nur in entsprechenden Schritten erworben werden kann. Grundsätzlich gilt, dass Zins- und Tilgungszahlungen für begebene Anleihen Vorrang vor Dividendenverpflichtungen haben und die Nicht-Bedienung zum Konkurs führen kann. Indes haben sich die Spielregeln am Anleihenmarkt in jüngster Zeit deutlich verändert. So sind mit der Etablierung der strukturierten Anleihen die Zinszahlungs- und Tilgungsmodalitäten vielfältiger geworden. Anleihekäufer sollten sich daher nach Möglichkeit im Vorfeld Informationen darüber einholen, ob eine Anleihe strukturierte Elemente enthält. Durch die Verbriefung von klassischen Krediten wurde auch die Grenze zwischen (öffentlicher) Anleiheschuld und (privatem) Kredit verwischt. Der Zinsanspruch einer Anleihe wird auch als Kupon bezeichnet. Dies leitet sich aus der Zeit her, als Anleihen noch in gedruckter Form ausgegeben wurden. Zum Erhalt der Zinszahlung mussten an der Urkunde befindliche Marken (Kupons) beim Schuldner oder der Bank abgegeben werden. Der Vorgang der Ausgabe einer Anleihe wird mit als Begebung oder Emission bezeichnet.

Anleihen können vom Grundsatz her nach der Art des Emittenten unterschieden werden: Staatsanleihen sind Anleihen der öffentlichen Hand und genießen in der Regel eine höhere Bonität, da Staaten die Höhe ihrer Einnahmen durch hoheitliche Akte beeinflussen können. Schuldverschreibungen werden meist von Kreditinstituten herausgegeben. Kommunalobligationen bzw. Pfandbriefe stammen von Kommunal- und Realkreditinstituten des öffentlich-rechtlichen Sektors (z.B. Landesbanken). Industrieanleihen werden von Unternehmen emittiert. Auslandsanleihen stammen von ausländischen Emittenten.

Am Anleihemarkt findet der gesamte Handel mit Anleihen statt. In Deutschland werden Anleihen wie auch Aktien amtlich, sowie im Geregelten Markt und im Freiverkehr gehandelt. Aufgrund des bei Anleihen weniger transparenten und liquiden Marktes haben anderen Börse spezielle Handelssegmente eingerichtet. So bietet die Börse Stuttgart den Anleihen Handel im Bond-X und in der Bondbox an. An der Bond-X werden ab der kleinsten handelbaren Einheit verbindliche An- und Verkaufspreise für Anleihen innerhalb einer engen Spanne während der gesamten Handelszeit gestellt, auch als Taxen. In der Bondbox werden hochliquide Anleihen gehandelt, die über einen festen Market Maker verfügen, der verpflichtet ist, börsentäglich zwischen neun und 17.30 Uhr verbindliche An- und Verkaufspreise zu stellen. Weiterhin ist der Handel auch über Iboxx möglich, eine gemeinsame Handelsplattform internationaler Großbanken.

Annuitätsbonds werden in festen Jahresbeträgen getilgt. Die Zahlung beinhaltet die Zinsen für das abgelaufene Jahr sowie den Tilgungsbetrag.

Das Anrechnungsverfahren war ein Körperschaftsteuersystem, das ein Recht für den Aktionär begründete, die auf seine Dividende entfallene Körperschaftsteuer in vollem Umfang (nämlich in Höhe von 9/16 der Dividende) auf seine Einkommensteuerschuld anzurechnen. Es galt in Deutschland von 1977 bis 2000 und wurde durch das Halbeinkünfteverfahren ersetzt.

Die Anteile anderer Gesellschafter finden zum einen Eingang in die Gewinn- und Verlustrechnung vor (Fremde Anteile am Ergebnis) und zum anderen auf der Passivseite in die Bilanz. Die Anteile anderer Gesellschafter auf der Passivseite in der Bilanz verstehen sich als eine Schuld an die jeweiligen Anteilseigner.

Wert des Fondsvermögens geteilt durch die Zahl der insgesamt ausgegebenen Anteile zu einem bestimmten Stichtag. Bei Ausschüttungen an die Anteilinhaber vermindert sich der Anteilswert. Der Anteilswert der Publikumsfonds wird börsentäglich von der Depotbank unter Mitwirkung der Kapitalanlagegesellschaft (KAG) ermittelt. Er ist identisch mit dem Rücknahmepreis, zu dem die KAG Fondsanteile zurücknimmt und wird zusammen mit dem Ausgabepreis veröffentlicht.

Antizyklisch anlegende Anleger investieren gegen dem Markttrend. Sie nutzen Börsenhochs, um entgegen dem Markt, Wertpapiere zu verkaufen und -tiefs, um diese zu kaufen.

Arbitrage beschreibt das Ausnutzen von räumlichen oder zeitlichen Preisdifferenzen für ein Gut. Bei Wertpapieren profitiert der Arbitrageur von unterschiedlichen Preisen zweier Börsen. Arbitragegewinne lassen sich vor allem bei Futures erzielen, wenn starke Kursveränderungen von anderen Marktteilnehmern noch nicht sofort nachvollzogen wurden. Auch bei Anleihen lassen sich solche Gewinne erzielen, da der Markt meist weniger liquide und weniger transparent ist.

Investmentfonds zur Altersvorsorge mit gesetzlicher Verankerung (AS = Altersvorsorge-Sondervermögen). Die Fonds sehen eine schwerpunktmäßige Investition in Aktien und Immobilien vor. Alle AS-Fonds müssen mit Spar- und Entnahmeplänen angeboten werden. Da dem Anlagevehikel keine konsequente steuerliche Förderung zuteilwurde, konnte es sich nicht durchsetzen.

Aufteilung des Kapitals auf verschiedene Investmentarten (Anlageklassen, Währungen, Regionen). Der Ertrag und das Risiko eines Portfolios kann durch die Auswahl der Wertpapiere und deren Gewichtung bestimmt und optimiert werden.

Zu den außerordentlichen Erträgen gehören Einnahmen, die nicht durch die ordentliche Geschäftstätigkeit erzielt wurden (z.B. Verkauf von Beteiligungen, Immobilien usw.) Die außerordentlichen Erträge werden erst nach dem Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) in der Gewinn -und Verlustrechnung aufgeführt.

Zu den außerordentlichen Aufwendungen gehören Kosten, die nicht durch die ordentliche Geschäftstätigkeit entstanden sind (z.B. Spekulationsverluste, Beteiligungsverluste usw.). Die außerordentlichen Erträge tauchen nach dem Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) in der Gewinn- und Verlustrechnung auf.

Meist in Prozent ausgedrückter Wert, um den z.B. der Ausgabekurs eines Wertpapiers über einem bestimmten Normpreis, in der Regel dem Nennwert liegt. Unter dem Aufgeld versteht man aber auch den in Euro oder Prozent gemessenen Betrag, den der Käufer für ein entsprechendes Recht (Optionspreis, Option, Bezugsrecht) über den rechnerischen Wert hinaus zu bezahlen bereit ist. Wenn eine Aktie z.B. bei 40 Euro notiert und der Optionsschein bei einem Basiskurs von ebenfalls 40 Euro momentan vier Euro kostet, beträgt das Aufgeld zehn Prozent. Gegenteil: Abgeld, Disagio.

Das für die Überwachung der Geschäftsführung einer Kapitalgesellschaft zuständige, bei Aktiengesellschaften von der Hauptversammlung und je nach Beschäftigtenzahl der Unternehmung von der Belegschaft gewählte Organ. Bei Aktiengesellschaften besteht er aus mindestens drei Mitgliedern, die nicht zugleich dem Vorstand angehören dürfen.

Steigerung des Außenwerts einer Währung im Verhältnis zu einer anderen Währung im internationalen Handels- und Zahlungsverkehr. Im Allgemeinen geht sie zu Lasten der Exportwirtschaft des entsprechenden Landes, da die ausgeführten Waren für Devisenausländer teurer werden, während eingeführte Waren günstiger erstanden werden können. Gegenteil: Abwertung.

Der Ausgabeaufschlag Ist eine einmalige Gebühr, die beim Erwerb von Fondsanteilen anfällt. Sie wird üblicherweise als Prozentsatz auf der Basis des Rücknahmepreises angegeben. Die Höhe des Ausgabeaufschlags ist unterschiedlich und wird von der Kapitalanlagegesellschaft festgesetzt. Er dient unter anderem der Deckung der Vertriebskosten und variiert erfahrungsgemäß zwischen null und sieben Prozent. Auf Ausgabeaufschläge werden häufig von unterschiedlichen Vermittlern unterschiedlichste Rabatte von bis zu 100 Prozent angeboten.

Der Ausgabepreis ist der aktuelle Preis, der für den Erwerb eines Anteils an einem Investmentfonds zu zahlen ist, berechnet aus dem Anteilwert (Rücknahmepreis) zuzüglich des Ausgabeaufschlags. In der Regel wird der Ausgabepreis börsentäglich ermittelt und veröffentlicht.

Steuerlich wird zwischen zugelassenen deutschen Investmentfonds sowie drei unterschiedlichen Kategorien ausländischer Fonds unterschieden:
Registrierte Fonds, die ihre Anteile in Deutschland öffentlich anbieten dürfen Nicht-registrierte Fonds mit Finanzvertretern, die ihre Anteile in Deutschland nicht öffentlich anbieten dürfen Alle übrigen Fonds, die ihre Anteile in Deutschland ebenfalls nicht öffentlich anbieten dürfen.
Registrierte Auslandsfonds werden bis auf wenige Besonderheiten steuerlich wie deutsche Fonds behandelt. Nicht-registrierte ausländische Fonds sind gegenüber deutschen Fonds steuerlich erheblich benachteiligt. Damit ein ausländischer Fonds als registrierter Fonds gilt, muss er bestimmte gesetzliche Kriterien erfüllen.

In einigen Ländern unterliegen die Erträge von Wertpapieren einer Quellensteuer, durch die die Erträge gemindert werden. Anleger können im Rahmen der Steuerveranlagung über die Anlage AUS die auf die ausländischen Bruttoerträge einbehaltene Quellensteuer anrechnen beziehungsweise als Werbungskosten bei Kapitaleinkünften angesetzt werden, soweit mit dem betreffenden Staat ein Doppelbesteuerungsabkommen besteht. Eine Erstattung aufgrund eines Freistellungsauftrags oder einer Nichtveranlagungs-Bescheinigung ist nicht möglich. Gegenüber dem deutschen Fiskus können aber nur 15 Prozent angerechnet werden. Im Falle einer höheren Quellensteuer muss sich der Anleger die Steuern vom Quellensteuerstaat zurückholen. Auch Fonds können die im Ausschüttungsland einbehaltene Quellensteuer nicht anrechnen, können aber über die einbehaltene anrechnungsfähige Steuer eine Bescheinigung ausstellen, die Anleger bei ihrer Steuererklärung nutzen können.

Investmentfonds, die von Investmentgesellschaften im Ausland aufgelegt wurden. Dabei kann die ausländische Gesellschaft durchaus eine Tochter einer deutschen Kapitalanlagegesellschaft sein.

Im Gegensatz zu thesaurierenden Fonds werden bei diesen Anlagen die dem Fonds zugeflossenen, ordentlichen und gegebenenfalls auch ein Teil der außerordentlichen Erträge an die Anteilsinhaber ausgeschüttet. Ordentliche Erträge von Wertpapierfonds sind Dividenden und/oder Zinsen, außerordentliche Erträge sind Gewinne aus dem Verkauf von Wertpapieren. Die Ausschüttungen werden in der Basiswährung des Fonds je Anteil festgesetzt und veröffentlicht. Der Anteilpreis eines Investmentfonds vermindert sich am Tag der Ausschüttung um diesen Betrag. Fonds werden häufig mit einer ausschüttenden und eine thesaurierende Tranche aufgelegt. In der Regel werden die ausschüttenden Tranchen als A-Anteile bezeichnet, die thesaurierenden Tranchen als B-Anteile.

Ein Auszahlungsplan ist eine getroffene Vereinbarung zwischen dem Anleger und einer Kapitalanlagegesellschaft (KAG), die über die Höhe und den Zeitabstand regelmäßiger Auszahlungen aus einem Investmentguthaben bestimmt. Der Anleger kann sich die regelmäßig erwirtschafteten Erträge auszahlen lassen (Auszahlung ohne Kapitalverzehr) oder das Investmentvermögen allmählich aufbrauchen (Auszahlung mit Kapitalverzehr).

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